DINE stiftet Nachhaltigkeitspreis 2019

Von Jana Alpaslan

Zu seinem zehnjährigen Bestehen stiftet das DINE den diesjährigen Nachhaltigkeitspreis der Hochschule Heilbronn. Mit dem Preisgeld in Höhe von 3000€ können Bachelor-, Master-, Semester-, Studien-, oder Forschungsarbeiten und Promotionen, die sich mit dem Thema Nachhaltige Entwicklung auseinandersetzen, prämiert werden. Die Arbeiten sollten aktuell sein oder aus den letzten zwei Jahren stammen. Ebenso müssen sie ein Gutachten des/der Dozent/in enthalten.

Eingereicht werden können die Arbeiten bis zum 1. September 2019 vom Verfasser/von der Verfasserin selbst oder von dem/der Betreuer/in bei unserer Koordinatorin im Zentrum für Studium und Lehre Nadine Klimek nadine.klimek@hs-heilbronn.de.

 Die Jury, bestehend aus Hochschulangehörigen und fachkundigen Experten, wird die Arbeiten dann im Hinblick auf  Innovationspotential, Nutzen für die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt und schließlich Praxisbezug und Umsetzbarkeit, bewerten. Die Preisverleihung findet im Dezember 2019 im Rahmen der Ethiktagung an der Hochschule Heilbronn statt.

Das DINE freut sich auf die nächsten zehn Jahre (und darüber hinaus) als branchenübergreifende Plattform rund um die nachhaltige Entwicklung und ist gespannt auf die eingereichten Arbeiten.


Heilbronner Nachhaltigkeitstag 2019

Von Jana Alpaslan

Vergangenen Freitag (7.6.) war es wieder einmal soweit, der Heilbronner Nachhaltigkeitstag auf dem Kiliansplatz öffnete seine Pforten für interessierte Heilbronner/innen. Das DINE steht für branchenübergreifende Nachhaltigkeit mit Standort in Heilbronn – deswegen durften wir natürlich nicht fehlen.

Dieses Jahr waren neben uns über 25 Projekte aus den verschiedensten Bereichen vertreten. Diese reichten von Foodsharing bis Kleidungsupcycling und weit über Energieeinsparmöglichkeiten zu Hause hinaus. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich zahlreiche Interessierte den ganzen Tag über auf dem Kiliansplatz ein.

Passend zu unserer aktuellen Beratung der Stadt Heilbronn bei der Einführung des Nachhaltigkeitsmanagements waren wir auch beim Nachhaltigkeitstag gemeinsam mit der Stadt vertreten. So konnten interessierte Besucher/innen direkt von beiden Stellen Informationen erhalten. Auch Kostproben des kürzlich von uns durch Fairchoice zertifizierten Steinkauz-Apfelsaft erfreuten die Heilbronner/innen.

Insgesamt ein gelungener Tag, der Nachhaltigkeit in Heilbronn greifbar und transparent gemacht hat.

Der Nachhaltigkeitstag fand unter der Schirmherrschaft des Nachhaltigkeitsmanagements der Stadt Heilbronn, der lokalen Agenda Heilbronn und dem Aktionsbündnis Energiewende statt.

 


Schlaue Städte

Von Jana Alpaslan.

   Wer kennt es nicht, man ist mit dem Auto in der Stadt unterwegs und möchte „nur noch schnell parken“ – doch es findet sich kein Parkplatz weit und breit. Und Stau hat es natürlich auch noch. Dieses Szenario könnte in einer Smart City anders verlaufen. Hier würde uns die Software im Auto oder die App auf dem Smartphone mitteilen, wo sich in der Nähe ein freier Parkplatz befindet. Stau würde durch intelligente Verkehrssteuerung ohnehin weitestgehend vermieden werden.

   In der Smart City, also der vernetzten, digitalisierten Stadt, ist jedoch nicht nur die Parkplatzsuche unkompliziert – sie vereinfacht weit mehr Aspekte des Stadtlebens, die den drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökologie, Ökonomie und Soziales) zugeordnet werden können. Durch Sensoren an Gebäuden, in Wohnungen, an Straßenlaternen oder Parkanlagen wird Energie eingespart, weil nur so viel geheizt wird, wie notwendig ist oder Straßenlaternen nur dann leuchten, wenn sich Fußgänger oder Fahrzeuge nähern. Auch die Ressource Wasser wird dadurch so sparsam wie möglich verbraucht. Die „schlaue Stadt“ bietet Raum für Innovation und Unternehmer- bzw. Erfindergeist – schließlich muss Infrastruktur geschaffen, getestet und weiterentwickelt werden. Nicht zuletzt gibt es hier Möglichkeiten für BürgerInnen, sich unkompliziert und schnell zu informieren und mit Beteligungsplattformen und –apps ins Stadtgeschehen einzubringen. Allergiker erhalten bei ungesunder Luftqualität eine entsprechende Meldung auf ihr Smartphone.

   Spannende Umsetzungen gibt es zum Beispiel in München[1], Santander[2], Lyon[3] und von Helsinki hatten wir hier auf unserem Blog bereits berichtet[4].

   Smart City bedeutet nicht, das Stadtleben unkontrolliert Apps zu überlassen. Smart City bedeutet vielmehr, das Stadtleben nachhaltiger für alle StadtbewohnerInnen zu gestalten und deren Daten zu schützen.

[1] München – das offizielle Stadtportal, 17.01.2018, https://www.muenchen.de/aktuell/2018-01/muenchen-wird-smart-city-diese-innovationen-erwarten-uns-2018.html, abgerufen am 10.04.19.

[2] Smart Santander, http://www.smartsantander.eu, abgerufen am 10.04.19.

[3] Smarter Together  – Lyon, https://www.smarter-together.eu/de/cities/lyon#/, abgerufen am 12.04.19.

[4] Nachhaltige Stadtentwicklung – Must Do für die Stadt der Zukunft, https://www.dine-heilbronn.de/aktuelles/, abgerufen am 12.04.19


Nachhaltige Stadtentwicklung – Must Do für die Stadt der Zukunft

Von Jana Alpaslan.

   Städte stehen weltweit vor immensen Herausforderungen. Klimawandel, Ressourcenknappheit und immer mehr Menschen lassen keine andere Wahl, als aktiv zu werden und die Gelegenheit zur Innovation am Schopfe zu packen. Wenn wir dies als Chance begreifen, können wir einen großen Beitrag zu einer enkelgerechteren Zukunft leisten. Nachhaltige Stadtentwicklung möchte diesen Beitrag leisten. Durch die ganzheitliche Betrachtung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension können Städte resilient und zukunftsorientiert entwickelt werden. Auf globaler Ebene verbirgt sich dies auch hinter dem Sustainable Development Goal Nr. 11 der Vereinten Nationen.

In vielen Städten ist dies bereits – in den unterschiedlichsten Ausprägungen – der Fall. So zum Beispiel in Smart Cities. Diese möchten durch Vernetzung das Leben in Städten effizienter, nachhaltiger und damit lebenswerter zu machen. In Kalasatama, einem Stadtteil im finnischen Helsinki, leeren sich die Mülleimer von selbst.[1] Ebenso haben Bürger/innen durch Apps und Smart Locks an Gebäuden einfachen Zugang zu Räumen, um sich zu vernetzen.[2]

           An Kopenhagens Stadtbild fällt sofort die, im Vergleich zu anderen Städten, große Zahl an Radfahrer/innen auf. Interessant ist hier, dass dies wohl nicht unbedingt daran liegt, dass die Dänen besonders umwelt- oder bewegungsbewusst sind. Sondern viel mehr daran, dass die Straßen- und Verkehrswege so geplant sind, dass es schlichtweg angenehmer und schneller ist, sich mit dem Fahrrad fortzubewegen, wie Morten Kabell, bis vor Kurzem Umweltbürgermeister der Stadt, betont.[3]

            Es sind jedoch nicht nur tiefgreifende bauliche Veränderungen, mit denen sich Städte den heutigen Herausforderungen stellen können. Die Stadt Ludwigsburg, welche 2014 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhielt, setzt bei ihrem integrativen Nachhaltigkeitsmanagement beispielsweise auf die breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Um sicherzugehen, dass das Nachhaltigkeitsmanagement stets aktuell ist, finden in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern, alle drei Jahre Zukunftskonferenzen statt.[4]

            Diese drei Beispiele sind nur ein Bruchteil der zahlreichen Möglichkeiten, Städte nachhaltig zu gestalten. Nutzen wir diese Möglichkeiten, haben alle etwas davon – gegenwärtige und zukünftige Generationen.

[1] Introduction, Forum Virum, https://forumvirium.fi/en/introduction/building-an-open-and-smart-helsinki/, abgerufen am 20.02.2019.
[2] Smart Flexi Space Network expanding the utilisation of underused spaces in the city, 12.10.2018, https://fiksukalasatama.fi/en/smartflexispacenetwork/, abgerufen am 20.02.2019.
[3] Blaupause für die Fahrradstadt, Süddeutsche Zeitung, 16.01.2019, https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kopenhagen-blaupause-fuer-die-fahrradstadt-1.4290142, abgerufen am 15.02.19.
[4] Ludwigsburg erhält Deutschen Nachhaltigkeitspreis, Stadt Ludwigsburg, https://www.ludwigsburg.de/,Lde/start/stadt_buerger/Deutscher+Nachhaltigkeitspreis+2014.html, abgerufen am 15.02.19.


Stoppt den Klimawandel

Es ist geschafft, die Chancen für einen Stopp der globalen Erwärmung sind gestiegen.

Nachdem sich im Dezember 2015 in Paris die ganze Welt geeinigt hat den Klimawandel zu stoppen, ist der Weltklimavertrag am 4. 11. 2016 in Kraft getreten nachdem genügend Staaten ihn von ihren Parlamenten abgesegnet haben.

Die erste UNO-Klimakonferenz fand 1995 in Berlin statt, doch ist Deutschland heute noch weit davon entfernt, die gesteckten Ziele zu erreichen. Eine aktuelle Studie der Energy Watch Group und ASPO Deutschland „Deutsche Klimapolitik – vom Vorreiter zum Bremser“ weist nach, dass der von der Bundesregierung vorgegebene, nationale Emissionsminderungspfad seit 2010 in jedem Jahr überschritten wurde. Besonders die Sektoren Straßenverkehr, Elektroenergie und Landwirtschaft sind an der Überschreitung beteiligt.

Ausführliche Informationen zum Klimawandel in Deutschland sind in dem im November erschienen Buch „Klimawandel in Deutschland Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven“ zusammengestellt.

126 Autoren aus ganz Deutschland äußern sich zu Themen wie bereits beobachtete und zukünftige Veränderungen, Wetterkatastrophen und deren Folgen, Projektionen für die Zukunft und Risiken. Die Experten stellen außerdem Handlungsoptionen dar.

“Klimawandel in Deutschland” ist als Open Access Publikation frei verfügbar.


Klimaneutraler Wein aus dem Remstal

Gelebte Nachhaltigkeit, Weingut Bernhard Ellwanger leistet seinen Beitrag zum Klimaschutz

Das Familienweingut Bernhard Ellwanger aus Weinstadt-Großheppach, bekannt durch seine hochwertigen Weine, leistet seinen Beitrag zum Klimaschutz: ab 2018 sind alle Weine auch klimaneutral. Die nicht vermeidbaren Treibhausgas-Emissionen wurden durch ein Klimaschutzprojekt in Brasilien ausgeglichen, das die VCS-Kriterien (Verified Carbon Standard) für den freiwilligen Emissionshandel erfüllt.

Damit ist Ellwanger das dritte Weingut in Deutschland, das eine Bilanz der klimaschädlichen Gase erstellt hat und die nicht vermeidbaren Emissionen in einem zertifizierten Projekt kompensiert hat. Vorreiter sind das nachhaltige Weingut Hormuth in der Pfalz und das Staatsweingut Meersburg.  Das Deutsche Institut für nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Heilbronn hat das Projekt „klimaneutraler Wein“ wissenschaftlich begleitet. Am 17. Oktober 2018 hat Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft das Zertifikat „Klimaneutrales Weingut“ überreicht. Dem Weinliebhaber stehen ab sofort Remstaler Weine zur Verfügung, die aus kontrolliert nachhaltiger Produktion stammen und auch klimaneutral sind. Genuss und Verantwortung vereint in einem Glas.


Kalifornischer Wein zertifiziert nachhaltig

Im letzten Jahr hat sich die Zahl der zertifiziert nachhaltigen Weinberge nahezu verdoppelt. Laut Jahresbericht 2017 der California Sustainable Winegrowing Alliance (CSWA) sind über 100 Weingärten und 127 Kellereien inzwischen zertifiziert. Im größten Weinbaugebiet der USA mit über 243 000 ha Rebfläche werden 22% nachhaltig bewirtschaftet. Von den 34 Millionen Hektoliter Wein, der in Kalifornien erzeugt wird, kommen 25 Million Hektoliter, das sind 74%, aus zertifiziert nachhaltigen Kellereien.

Nachhaltigkeit kann also auch unter der neuen Regierung der USA weiter praktiziert werden.

Die CSWA wurde 2003 gegründet mit dem Ziel, die nachhaltigen Weinbaupraktiken bei den Winzern zu fördern und in der Wirtschaft umzusetzen. Durch das Versprechen, jedes Jahr etwas mehr Nachhaltigkeit umzusetzen, hat der kalifornische Weinbau seine Zukunft gesichert. Vorbildlich!


Augenwischerei oder Verantwortung?

Augenwischerei und greenwashing wurde dem Betreiber des Weingutes Alfons Hormuth in der Pfalz vorgeworfen, als er seinen ersten klimaneutralen Wein auf dem Markt brachte.  Doch er nutzte die einmalige Gelegenheit und klärte seine Kunden auf. Nun sind sie anderer Meinung. Ein gutes Beispiel für Kundenbindung.

Beim Round-Table 2016 – vom DINE angeboten und vom Weingut Bernhard Ellwanger im Remstal organisiert – berichte Andreas Hormuth auch davon, dass er neue Kunden gewonnen hat. Zum Beispiel bietet ein bekanntes Hotel seinen klimaneutralen Wein an. Die Frage nach der Verantwortung dürfte damit beantwortet sein.

Das DINE begleitet Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität.

In Deutschland sind derzeit 3 Weingüter klimaneutral zertifiziert: Weingut Alfons Hormuth, Staatsweingut Meersburg, Weingut Bernhard Ellwanger.Kontakte: http://www.alfons-hormuth.de/index.php/aktuelles; http://www.weingut-ellwanger.com/; https://staatsweingut-meersburg.de;


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