Nachhaltiger Wein – Verantwortung im Glas

Nachhaltiger Wein – Verantwortung im Glas

von Jana Alpaslan

Nachhaltig. Wir lesen und hören dieses Wort mittlerweile fast täglich, in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Und nun also auch nachhaltiger Wein? In diesem Blogpost erläutern wir, was nachhaltiger Wein ist und wie er sich zu konventionell produziertem Wein unterscheidet.

Nachhaltig ist kein geschützter Begriff, nur, weil also nachhaltig auf dem Etikett steht, ist nicht unbedingt nachhaltiger Wein in der Flasche. Deswegen sollten Verbraucher*innen umso aufmerksamer sein und Werbeversprechen stets hinterfragen.

Nachhaltig bedeutet, dass alle drei Dimensionen, also Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichwertig betrachtet werden. Beim nachhaltigen Weinanbau wird zunächst auf eine ökologisch einwandfreie Anbauweise geachtet. Orientierung bietet hier die Biolandwirtschaft, beispielsweise zertifiziert durch Bioland, Demeter, das EU-Bio-Siegel, Naturland, Biodyvin und Ecovin (Alnatura, 2020). Hierbei dürfen geringe Mengen an Schwefel und Kupfer eingesetzt werden. Umweltschädliche chemische Pflanzenschutzmittel sind grundsätzlich verboten. Das hat mehrere Vorteile gegenüber konventionellem Wein: zum einen gelangen die Stoffe nicht an Pflanzen, in den Boden, das Grundwasser und zerstören Kleinstlebewesen, die wichtig für die Biodiversität sind. Ebenso bedeutet der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel auch, dass Menschen nicht mit schädlichen Stoffen in Verbindung kommen – was uns zur sozialen Dimension bringt.

Ein nachgewiesen nachhaltig produzierter Wein wird sozial gerecht hergestellt. Das bedeutet, dass die Arbeitskräfte, die an der Produktion beteiligt sind, fair entlohnt werden. Ebenso engagiert sich das Unternehmen in der Gesellschaft und bietet seinen Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Schlussendlich muss ein nachhaltiger Wein auch ökonomisch tragfähig produziert werden. Ein Unternehmen wirtschaftet nur dann nachhaltig, wenn es stabil, liquide und rentabel wirtschaftet. Bei der Produktion von geprüft nachhaltigem Wein ist ein Managementsystem vorhanden, welches Schwachstellen frühzeitig aufdeckt. Dies wiederum führt zur Kostenersparnis. Auch das trägt dazu bei, dass das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet.

Bei der Frage nach nachhaltigem Wein, der auch tatsächlich so produziert wurde und nicht nur mit Werbeversprechen lockt, helfen Zertifikate und Siegel. Auch hier sollten Konsument*innen aufmerksam sein und genau hinsehen – welche Voraussetzungen schreibt das Zertifikat vor? Durch wen wird es vergeben und wie werden die Voraussetzungen überprüft? Ein Beispiel für ein verlässliches Siegel ist FairChoice. Das erste Nachhaltigkeitssiegel für Wein in Deutschland ist wissenschaftlich fundiert und wurde in der Praxis erprobt und getestet. Konsument*innen erhalten Transparenz.

Bei der nachhaltigen Weinproduktion wird das große Ganze betrachtet. Es geht nicht nur darum, einen wohlschmeckenden, qualitativ hochwertigen Wein herzustellen. Vielmehr wird bei der Produktion von nachhaltigem Wein auf deren Auswirkungen auf den Status quo und vor Allem auf nachfolgende Generationen geachtet. Die Nachfrage nach nachhaltigen Lebensmitteln steigt langsam, aber kontinuierlich an (Nachhaltiger Warenkorb, 2020). Winzer*innen die jetzt schon nachhaltigen Wein produzieren bzw. ihre Produktion auf Nachhaltigkeit umstellen, können die wachsende Nachfrage daher von Beginn an bedienen. Das bedeutet nicht nur ökonomischen Gewinn, sondern gleichzeitig etwas für die Umwelt und nachfolgende Generationen zu tun – für eine Zukunft, von der alle etwas haben.

Quellennachweise: Alnatura (2020). Was ist Biowein?, abgerufen am 13.02.2020,  https://www.alnatura.de/de-de/kochen-und-geniessen/rund-um-den-wein/kleine-weinschule/was-ist-bio-wein.
Nachhaltiger Warenkorb (2020). So gelingt nachhaltiger Konsum, abgerufen am 14.02.2020, https://www.nachhaltiger-warenkorb.de/nachhaltiger-konsum/so-gelingt-nachhaltiger-konsum/

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